»Euthanasie«-Gedenk-Stätte Lüne-Burg

Die Gedenk-Stätte ist ein besonderes Museum.
Es gehört zum Kranken-Haus.

Dort erfährt man die Geschichte vom Kranken-Haus.
In der Zeit des National-Sozialismus.

In dieser Zeit entscheidet ein Gericht:
Einzelne Patienten sollen keine Kinder bekommen.
Sie sollen un-frucht-bar gemacht werden.
Gegen ihren Willen.

In dieser Zeit entscheiden Ärzte:
Einzelne Patienten sollen nicht mehr weiter- leben.
Weil sie eine Behinderung haben.
Oder weil sie seelisch krank sind.
Sie werden ermordet.

Das sind Verbrechen.
Das besondere Museum informiert heute darüber.
Auch über die Tat-Orte.
Und über die Täter.

Das besondere Museum berichtet auch über Leben mit Behinderung heute.
Über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Über die Rechte von Kindern und Jugendlichen.

Das besondere Museum gibt es seit dem Jahr 2004.
Die Arbeit vom Museum macht ein Verein.
Und eine Firma.
Da helfen viele Menschen ohne Bezahlung.

Bis in das Jahr 2025 wird das besondere Museum neu gemacht.
Es bekommt eine neue Aus-Stellung.
Dafür bekommt das besondere Museum Geld.
Das Geld kommt von der Bundes-Regierung.
Und von der Landes-Regierung.
In Nieder-Sachsen.
Auch das Kranken-Haus hilft dem besonderen Museum.

Das ist ein Foto. Darauf sieht man das besondere Museum.

Bildungs-Zentrum

Das Bildungs-Zentrum ist eine Schule.
Es ist die Schule des besonderen Museums.
Dort kann man die Geschichte des Kranken-Hauses kennen-lernen.
Dort kann man etwas über den National-Sozialismus lernen.

Dafür gibt es verschiedene Angebote:

Es gibt einen Work-Shop.
Der dauert 4 oder 5 Stunden.

Es gibt ein Seminar.
Das dauert 1 Tag, 2 Tage oder 3 Tage.

Es gibt Vor-Träge.
Da erzählen Forscher über ihre Forschungen.

Es gibt Besuche von Gruppen aus zwei oder mehr Ländern.

Die Schule gibt es seit dem Jahr 2020.
Das Haus der Schule ist sehr alt.
Es wurde vor fast 200 Jahren gebaut.
Es war mal ein Wohn-Haus.
Von einem Gärtner.
Darum heißt das Haus »Altes Gärtner-Haus«.

Jetzt gibt es dort einen Klassen-Raum.
25 Besucher haben Platz.

Man kann da auch forschen.
In alten Dokumenten.
Die Mit-Arbeiter des besonderen Museums helfen dabei.
Sie betreuen auch die Angebote.
Und sie beantworten jede Frage.

Das ist das Bildungs-Zentrum des besonderen Museums.

Dokumentations-Zentrum

Das besondere Museum in Lüne-Burg wird neu gemacht.
Es ist in einem alten Bade-Haus.
Das ist das Haus Nummer 34.
Das muss um-gebaut werden.

Im Bade-Haus wird eine Aus-Stellung gezeigt.
Aber die Aus-Stellung ist alt.
Viele Informationen stimmen nicht mehr.
Und die Informationen sind nicht barriere-frei.
Sie sind nicht in Leichter Sprache.
Sie sind nicht für Menschen die nicht lesen.
Sie sind nicht für Menschen die nicht sehen.
Sie sind für Menschen im Roll-Stuhl nicht erreichbar.
Es muss darum auch eine neue Aus-Stellung geben.

Die Aus-Stellung wird die Fragen beantworten:

Wie soll ein Mensch sein?
Wie damals, wie heute?

Es wird Informationen geben über:

Die Geschichte vom Kranken-Haus.
Die Un-frucht-bar-machung der Menschen gegen den eigenen Willen.
Den Patienten-Mord an Kindern und Jugendlichen.
Den Patienten-Mord an Menschen aus dem Aus-Land.
Die Zeit nach dem Krieg
Menschen mit Behinderung heute.

Dafür braucht man Platz.
Es gibt einen Wasser-Turm.
Der ist neben dem Bade-Haus.
Er wird in Zukunft mitbenutzt.
So gibt es genug Platz.

Die Bau-Arbeiten fangen 2023 an.
Die Arbeit an der neuen Aus-Stellung gibt es auch.
Beides kostet viel Geld.
Über 1 Million Euro.
Das Geld kommt von der Bundes-Regierung.
Und vom Land Nieder-Sachsen.
Die alte Aus-Stellung geschlossen.
Solange es Bau-Arbeiten gibt.

Bis alles fertig ist, gibt es diese Angebote:

Im Internet gibt es Aus-Stellungen.
Die Adresse ist:
www.geschichte-raum-geben.de

Es gibt auch eine Führung.
Jeden dritten Samstag im Monat.
Immer um 11 Uhr.
Sie dauert 3 Stunden.
Sie beginnt am Bade-Haus.
Es wird die Geschichte des Kranken-Hauses erzählt.

Dokumentationszentrum

Die »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg errichtet bis Sommer 2025 im ehemaligen Badehaus (Haus 34) und dem angrenzenden Wasserturm der Psychiatrischen Klinik Lüneburg ein Dokumentationszentrum mit neuer Dauerausstellung. Die Gedenkstätte hat dafür Projektmittel vom Bund und dem Land Niedersachsen in Höhe von insgesamt rund 1,3 Millionen Euro eingeworben.

Auf einer Fläche von rund 110 m² werden zukünftige Besucher*innen barrierefrei und nach modernsten Anforderungen des Ausstellungswesens über die verschiedenen Verbrechen informiert, die mit der Lüneburger Heil- und Pflegeanstalt in Verbindung stehen.

Der ehemalige Wasserturm wird baulich einbezogen und zukünftig der Eingang zur Gedenkstätte sein. Von dort gelangen die Besucher*innen in den Ausstellungsraum. Die Konzeption sieht diese Themen vor:

PrologDie heutige Relevanz des Themas »Kinder-Euthanasie« und Mord an nichtdeutschen Patient*innen
R1Was bestimmt die Norm? Wieviel Wert ist ein Wert? – Menschenbilder, Werte und Normen im Stillstand und im Wandel
R2Die Vorgeschichte der »Kinder-Euthanasie« und der »Euthanasie« an Patient*innen ausländischer Herkunft – Ideologische, gesellschaftliche und strukturelle Voraussetzungen
R3Die Ermordung von Kindern und Jugendlichen in »Kinderfachabteilungen«
R4Die Ermordung von Patient*innen in der »Ausländersammelstelle«
R5Kontinuitätslinien und Brüche nach 1945
EpilogKönnen wir aus der Vergangenheit lernen? – Eine inklusive Gesellschaft von morgen

Bis zur Eröffnung des Dokumentationszentrums 2025 wird der Ausstellungsbetrieb ab dem 27. Januar 2023 eingestellt. Die Sonderausstellungen der Gedenkstätte können dann nur noch über den virtuellen Ausstellungsraum www.geschichte-raum-geben.de besucht werden.

Jeden 3. Samstag im Monat von 11.00 bis 14.00 Uhr bietet die Gedenkstätte zudem eine Offene Führung zur Geschichte der Lüneburger Heil- und Pflegeanstalt in Form eines Rundganges über das Gelände an. Treffpunkt ist das ehemalige Badehaus am Wasserturm (Haus 34) und zukünftige Dokumentationszentrum.

Das Projekt »Errichtung eines Dokumentationszentrums mit neuer Dauerausstellung« wird gefördert von der Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten.

»Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg

Die »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg befindet sich am Ort der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt
Lüneburg, von der ab 1934 Zwangssterilisationen und ab 1941 verschiedene »Euthanasie«-Maßnahmen ausgingen. Die Gedenkstätte informiert über die unheilvolle Geschichte der Lüneburger Heil- und Pflegeanstalt, insbesondere über Rassenhygiene und Eugenik, Geschichte der Pflege und Medizin, Geschichte von Menschen mit Behinderungen, Zwangssterilisation, Kinder- und Jugendlichen-»Euthanasie«, über die »Aktion T4«, »dezentrale Euthanasie« bis in die frühe Nachkriegszeit hinein, sowie über Verantwortung und Täterschaft bzw. die Aufarbeitung der Verbrechen nach 1945.

Neben diesen zeitgeschichtlichen Themen informiert die Gedenkstätte gegenwartsbezogen über Menschenrechte für Kinder, Menschenrechte für Menschen mit einer Behinderung, Leben mit einer psychischen Erkrankung und Behinderung sowie Inklusion.

Historische Orte und Gedenkorte, die mit der Gedenkstätte in Verbindung stehen, sind die Häuser 23, 24 und 25 der heutigen Psychiatrischen Klinik Lüneburg, die Gedenkanlage und die Kriegsgräberstätte auf dem Lüneburger Friedhof Nord-West, Gräber von »Euthanasie«-Opfern auf dem Zentralfriedhof Lüneburg sowie der ehemalige Sitz des Erbgesundheitsgerichtes am Amtsgericht Lüneburg.

Die Gedenkstätte wurde am 25. November 2004 eröffnet. Im September 2015 gründete sich der »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg e. V., dessen Mitglieder u. a. die Psychiatrische Klinik, die Geschichtswerkstatt, die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg, der Ev.-lutherische Kirchenkreis und die Katholische Kirche Lüneburg sind. Seit August 2022 wird der Betrieb von der gemeinnützigen Bildungs- und Forschungsgesellschaft mbH der »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg geführt.

Seit dem 1. September 2015 bis voraussichtlich August 2025 führt die Gedenkstätte das Projekt »Neugestaltung der ›Euthanasie‹-Gedenkstätte Lüneburg« durch. Das Projekt umfasst in zwei Phasen den Ausbau der Gedenkstätte sowie die Einrichtung einer neuen Dauerausstellung. Zwischen 2019 und 2020 wurde mit Mitteln der Psychiatrischen Klinik, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Hermann Reemtsma-Stiftung und weiteren neun Geldgeber*innen ein Bildungszentrum errichtet. Zwischen 2022 und 2025 wird ein Dokumentationszentrum fertig gestellt. Letzteres wird von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung, der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten sowie aus Mitteln der Psychiatrischen Klinik Lüneburg gefördert.

Die »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg im ehemaligen Badehaus am Wasserturm.

ArEGL.