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Erinnern und Gedenken

Bereits im Frühjahr 1945 begann die Aufarbeitung der »Euthanasie«-Verbrechen an Orten, die mit der sogenannten »Aktion T4« in Verbindung stehen. Es wurden erste Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Strafverfolgung aufgenommen. Grundlage hierfür waren Berichte der alliierten Geheimdienste, die bereits vor Kriegsende über die Tötungen von Patient*innen informiert waren.

An Orten der ehemaligen Tötungsanstalten begann die Suche nach den Leichen, die filmische Dokumentation der Morde an Psychiatrie-Patient*innen wurde Gegenstand der sogenannten »Umerziehung«.

Das erste Erinnern und Gedenken an die Opfer von Zwangssterilisation und Mord fand in den frühen 1950er Jahren statt. In dieser Zeit wurden an Orten der ehemaligen Tötungsanstalten (Bernburg, Brandenburg, Grafeneck, Hadamar, Hartheim und Pirna-Sonnenstein) auch erste Gedenkzeichen installiert. In den 1960er und 1970er Jahren wurden Kriegsgräberstätten dort hergerichtet, wo noch Gräber von Opfern identifiziert werden konnten. Hierbei gingen die Friedhofsämter nachlässig und inkonsequent vor. Die Folge ist, dass viele Gräber von »Euthanasie«-Opfern aufgelöst wurden, entgegen des geltenden Kriegsgräbergesetzes.

Seit den 1980er Jahren wurden an Orten der Tötungsanstalten allmählich Gedenkstätten eingerichtet. Die Gedenkstätte zur Geschichte des ehemaligen Zuchthauses Brandenburg-Göhrden ist als letzte Einrichtung im Jahr 2012 eröffnet worden.

Im Jahr 2014 wurde der Gedenkort für die Opfer der NS-»Euthanasie«-Morde am historischen Ort der Planungszentrale der »Euthanasie«-Morde in der Tiergartenstraße in Berlin eingeweiht.

Seit den 2020er Jahren werden Gedenkorte an Verbrechensorten (neu) eingerichtet, in denen »Kinder-Euthanasie«, »dezentrale Euthanasie« sowie die Ermordung von Patient*innen ausländischer Herkunft praktiziert wurde. Einer dieser Orte ist die »Euthanasie«-Gedenkstätte Lüneburg.

Der National-Sozialismus endete 1945.
Auch der Krieg hörte auf.

Die Gewinner des Krieges wissen von den Morden.
Sie wollen die Mörder bestrafen.
Es kommt zu Unter-Suchungen.
Gerichte entscheiden über die Ärzte die mit-gemacht haben.
Oft müssen sie nicht ins Gefängnis.

Die Gewinner drehen einen Film.
Der Film zeigt den Deutschen:
Ihr habt Menschen mit Behinderungen ermordet.
Ihr habt auch Menschen mit seelischen Erkrankungen ermordet.
Ihr seid Mörder.

Das reicht nicht.

Es werden Gräber von den Opfern gesucht.
Es werden Gedenk-Zeichen auf-gestellt.
Es sind Tafeln und Steine.
Auf ihnen steht:
Wir erinnern an die Opfer.
Nie wieder dürfen Menschen mit Behinderungen ermordet werden.

Und man rettet die Gräber von den Opfern.
Viele Gräber vergisst man aber.
Sie verschwinden.
Das ist falsch.
Das ist auch gegen das Gesetz.
Aber es interessiert keinen.

Viele Jahre später gibt es besondere Museen.
An Orten an denen Patienten ermordet wurden.
Es sind Museen in Kranken-Häusern.
Das Museum im Kranken-Haus in Lüne-Burg ist so ein besonderes Museum.
Es informiert über den Kranken-Mord an Kindern und Jugendlichen.
Und über den Kranken-Mord an Menschen aus dem Aus-Land.