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Stolpersteine

Seit 2005 werden in der Hansestadt Lüneburg im öffentlichen Raum »Stolpersteine« für Opfer der Lüneburger »Euthanasie«-Maßnahmen verlegt. Hierbei handelt es sich um ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Er verlegt seit 1996 europaweit kleine Gedenktafeln aus Messing (»Stolpersteine«) in den Boden, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. In Lettern sind die Namen und Lebensdaten sowie der Verfolgungshintergrund von Hand eingeschlagen. Die 9,6 cm x 9,6 cm kleinen, quadratischen Stolpersteine werden – wo möglich – auf Gehwegen vor den letzten freiwillig gewählten Wohnorten niveaugleich in das jeweilige Pflaster eingelassen. Inzwischen wurden weit über 75.000 solcher Stolpersteine verlegt.

Die ersten Stolpersteine in Lüneburg für Opfer der hiesigen »Euthanasie«-Maßnahmen wurden für die Kinder Bernhard Filusch und Edeltraud Wölki vor der Gedenkstätte im ehemaligen Badehaus am Wasserturm (Haus 34) auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik Lüneburg verlegt. Beide waren im Geständnis des ehemaligen Ärztlichen Direktors Max Bräuner als zweifelsfreie Opfer der »Kinder-Euthanasie« benannt worden. Bei der Stolpersteinverlegung vor der Gedenkstätte blieb unberücksichtigt, dass es sich bei dem Aufenthalt in der Psychiatrie um einen Zwangsaufenthalt handelte.

Neben den Stolpersteinen für die beiden Kinder-Opfer wurden auch Stolpersteine für Anna Friebe und Theodor Jenckel in der Lüneburger Innenstadt verlegt. Beide Lüneburger*innen wurden als Erwachsene Opfer der sogenannten »Aktion T4«.

2009 wurde ein weiterer Stolperstein für das Kind Charlotte Regenthal vor der Gedenkstätte verlegt. Die Initiative war von ihrem Bruder ausgegangen, der für seine ermordete Schwester ein Zeichen setzen wollte.

2019 wurden weitere Stolpersteine für Lüneburger Opfer verlegt. Vor der Gedenkstätte wurden die Stolpersteine für Heinrich Biester (erwachsenes Opfer der »Aktion T4«) sowie Dieter Lorenz (Kind niederländischer Herkunft) ergänzt. Im Stadtgebiet wurden zudem Stolpersteine verlegt für die Kinder-Opfer Mariechen Petersen, Inge Roxin und Jürgen Endewardt sowie für die Erwachsene Therese Schubert (Opfer der »Aktion T4«). Bernhard Filusch erhielt im gleichen Zuge einen zweiten Stolperstein, da Forschungen seinen letzten Wohnort in Lüneburgs Innenstadt zu Tage gefördert hatten.

Seit vielen Jahren werden auch andernorts Stolpersteine verlegt für Opfer der Lüneburger »Euthanasie«-Maßnahmen.

Stolper-Steine

An die Opfer des Patienten-Mordes muss erinnert werden.
Das ist wichtig.
Es passiert mit einem Gedenk-Zeichen.
Das ist zum Beispiel eine Gedenk-Tafel.
Es gibt sehr kleine Gedenk-Tafeln.
Sie sind so groß wie ein Bier-Deckel.
Sie sind aus Metall.
Auf ihnen steht der Name des Opfers.
Und der Geburts-Tag.
Und der Todes-Tag.
Und wie er oder sie ermordet wurde.

Diese kleinen Gedenk-Tafeln werden auf einem Geh-Weg verlegt.
Auf dem Fuß-Boden.
Man kann über sie drüber laufen.
Das soll man aber nicht.
Man soll darüber stolpern.
Darum heißen die Gedenk-Tafeln Stolper-Steine.

In Lüne-Burg gibt es viele Stolper-Steine.
Sie erinnern an die Opfer des Patienten-Mordes.

5 Stolper-Steine liegen vor dem besonderen Museum.
Sie erinnern an diese Opfer:

An das Kind Bernhard Filusch.
An das Kind Edeltraud Wölki.
An das Kind Charlotte Regenthal.
An das Kind Dieter Lorenz.
An den Mann Heinrich Biester.

Es gibt aber auch Stolper-Steine in der Innen-Stadt in Lüne-Burg.
Sie erinnern an diese Opfer:

An die Frau Anna Friebe.
An die Frau Therese Schubert.
An den Mann Theodor Jenckel.
An das Kind Mariechen Petersen.
An das Kind Inge Roxin.
An das Kind Jürgen Endewardt.

Bernhard Filusch hat zwei Stolper-Steine.
Einen vor dem besonderen Museum.
Und einen zweiten vor seinem letzten Zuhause.

Für die Opfer des Lüne-Burger Patienten-Mordes gibt es auch wo-anders Stolper-Steine.

Stolperstein Lüneburg Rotehahnstraße 20
Anna Friebe

Stolpersteine 2011
Foto Henning Bendler

Stolpersteine 2019
Foto Carola Rudnick