Maria Pozarenko

Maria Pozarenko im Jahr 1919 in Russ-Land geboren.
Man weiß nicht, wann sie Geburts-Taghat.
Im Krieg kommt sie als Zwangs-Arbeiterin nach Deutschland.
Sie arbeitet in der Land-Wirtschaft.
In der Nähe von Celle.
Das ist eine Stadt in der Lüneburger Heide.

Im Oktober 1942 ist sie bei der Polizei.
Dort wird sie von einem Amts-Arzt unter-sucht.
Der Arzt sagt:
Maria ist verrückt.
Sie muss in die Lüneburger Anstalt.
Das ist ein besonderes Kranken-Haus.

Am gleichen Tag wird sie mit dem Zug nach Lüneburg gebracht.
Ihre Begleiter sagen:
Sie ist unruhig.
Und störrisch.
Und schmutzig.
Aber Maria kann kein Deutsch sprechen.
Sie kann nicht sagen wie es ihr geht.

In der Lüneburger Anstalt will sie nicht essen.
Und nicht trinken.
Erst 2 Wochen später wird sie mit einem Schlauch gefüttert.
Aber es ist zu spät.
Sie stirbt am gleichen Tag.
Sie ist erst etwa 23 Jahre alt.

Sie ist verhungert.
Der Arzt hat sie ermordet.
Weil er ihr zu spät zu essen gegeben hat.

Katharina Kunka

Katharina Kunka ist 1910 in der Ukraine geboren.
Die Ukraine gehört damals zu Russland.
Sie wird aber von Deutschen besetzt.
Das ist im Zweiten Welt-Krieg.
Viele Menschen aus der Ukraine werden verschleppt.
Nach Deutschland.
Sie werden zur Arbeit gezwungen.
Auch Katharina ist eine Zwangs-Arbeiterin.
In Deutschland.
Dort wird sie krank.
Sie will nicht mehr essen und nicht mehr sprechen.

Im Januar 1945 kommt sie in die Lüneburger Anstalt.
Zuerst ist sie sehr traurig.
Im März 1945 geht es ihr besser.
Sie arbeitet in der Anstalts-Küche.

Im Mai 1945 ist der Krieg vorbei.
Aber Katharina muss in der Anstalt bleiben.
Im September 1945 bekommt sie Tuberkulose.
Das ist eine Lungen-Krankheit.

Darum darf sie nicht nach Hause.
Manchmal geht es ihr besser.
Und dann geht es ihr wieder schlechter.

Ab Mai 1946 will sie nicht mehr richtig essen.
Sie wird immer trauriger.
Sie wird mit einer Sonde ernährt.
Das ist ein Schlauch.
Der reicht bis in den Bauch.
Dadurch bekommt sie Essen in den Bauch.

Aber es geht ihr immer schlechter.
Sie wird immer schwächer.
Am 19. Juli 1947 stirbt Katharina.
Sie ist erst 36 Jahre alt.

Joseph Lubiewski

Joseph Lubiewski wird im Jahr 1875 in Polen geboren.
Das ist ein Nachbar-Land von Deutschland.
Später lebt er mit seiner Frau in Deutschland.
Im Dezember 1941 wird er von einem Amts-Arzt unter-sucht.
Dann kommt Joseph in ein Alten-Heim.

Nach 2 Jahren geht es Joseph schlechter.
Er wird wieder unter-sucht.
Der Amts-Arzt sagt:
Joseph ist alt und schwach-sinnig.
Er soll in eine Anstalt.
Das ist ein besonderes Kranken-Haus.

Joseph kommt im Oktober 1943 in die Anstalt Lüneburg.
Dort lebt er 1 Jahr und 6 Monate.
In der Zeit gibt es nur 2 Ein-träge in seiner Akte.
Im März 1945 stirbt Joseph in der Anstalt.
Er ist 69 Jahre alt.

Der Arzt schreibt auf:
Joseph stirbt an Schwäche.

Warum ist Joseph so schwach?
Das wissen wir nicht.
Vielleicht hat er zu wenig zu essen bekommen?

Jan Stawicki

Jan Stawicki ist im Jahr 1920 in Polen geboren.
Das ist ein Nachbar-Land von Deutschland.
Er kommt als Zwangs-Arbeiter nach Deutschland.
Er muss als Land-Arbeiter arbeiten.
Im April 1944 kommt er in die Lüneburger Anstalt.
Dort ist ein besonderes Kranken-Haus.
Dort wird er untersucht.

Im Arzt-Bericht aus der Anstalt steht:
Jan Stawicki ist nicht sauber.
Er bewegt sich kaum.
Er liegt nur im Bett.
Er ist traurig.
Er will nichts essen.

Dann wird seine Lunge unter-sucht.
Jan ist sehr krank.
Er hat eine schwere Lungen-Krankheit.
Er kommt in der Anstalt in ein anderes Haus.

5 Monate später geht es ihm immer schlechter.
Er wird immer schwächer.
Er will nichts essen.
Er stirbt.
Da ist er erst 23 Jahre alt.

Fjodor Pawlow

Fjodor Pawlow ist im Jahr 1883 in der Ukraine geboren.
Die Ukraine gehört damals zu Russ-Land.
Sie wird aber von Deutschen besetzt.
Das ist im Zweiten Welt-Krieg.
Viele Menschen aus der Ukraine werden verschleppt.
Nach Deutschland.
Sie werden zur Arbeit gezwungen.
Fjodor Pawlow ist ein Zwangs-Arbeiter.
In Deutschland.
Er kommt in den Harz.
Das ist ein Wald-Gebiet in Nieder-Sachsen.
Da muss er schwer arbeiten.
Davon wird Fjodor krank.

Sein Arbeit-Geber sagt:
Fjodor macht seine Arbeit nicht.
Und er stört die anderen Mit-Arbeiter.

Fjodor wird von einem Amts-Arzt untersucht.
Im Februar 1943.
Der Amts-Arzt sagt:
Fjodor ist verwirrt.
Er muss in eine Anstalt.
Fjodor kommt in die Lüneburger Anstalt.

Fjodor ist 1,69 Meter groß.
Aber er wiegt nur 46 Kilo-Gramm.
Das ist zu wenig.
Er ist zu dünn.

Ein Arzt unter-sucht ihn.
Der Arzt schreibt in eine Akte:
Fjodor ist traurig und dumm.

Fjodor lebt über zwei Jahre in der Lüneburger Anstalt.
Es gibt keinen weiteren Eintrag in seine Akte.
Bis zu seinem Tod.

Am 7. Mai 1945 stirbt er.

Der Todes-Ursache schreibt der Arzt:
Fjodor ist müde und schwach.

Wahrscheinlich ist Fjodor ver-hungert.
Weil niemand ihm etwas zu essen gegeben hat.
So wurde er ermordet.